Die Entwicklung menschlicher Bekleidung und die Kunst des Webens und Stickens sind eng miteinander verbunden. Es wird vermutet, dass erste Kleidungsstücke zwischen 38.000 und 10.000 v.u.Z. entstanden sind. Von 14.000 bis 8.000 v.u.Z. vollzog sich der Wandel von pelz- und lederbekleideten Jägern zu den bis heute Textilstoffe tragenden Menschen. Die nur wenigen erhaltenen ägyptischen und irakischen Stoffreste aus der Zeit um 6.000 v.u.Z. zeigen bereits eine entwickelte Webtechnik.
Die Abdeckung des menschlichen Körpers durch gewebte, geschmückte Kleidung hatte anfänglich vermutlich weniger praktische Gründe, sondern diente zunächst dem spirituellen Zweck. Dem Einsatz von Kleidungsstücken zur Verwandlung des Körpers ging vermutlich die Gestaltung von Haarfrisuren, Tätowierungen und Kriegsbemalungen voraus.

Auch Hochzeitskleider, Totenhemden oder Maskenbekleidung bezweckten die Herbeiführung eines anderen Körperzustandes. In diesem Sinne hat Kleidung nebst Schutz und Wärme auch kultische, soziologische und ästhetische Bedeutung. Auf keinen Fall war die Bekleidung der vor knapp 1500 Jahre lebenden Menschen primitiv oder einfach gefertigt - im Gegenteil: die regelmässig und filigran gesponnenen Fäden wurden zu kunstvollen Stoffen verwebt, gefärbt und zu prächtigen und alltagstauglichen Kleidungsstücken vernäht. 

Wir Faroldinger unterscheiden zwischen Alltags- und Trachtbekleidung. Häufig sind aus Gräbern alamannischer Zeit Reste wertvoller Textilien, Schmuck und Waffen erhalten. Wir gehen aber davon aus, dass damals (wie heute) Tote in ihrer reichsten und edelsten Ausstattung bestattet wurden und eine solche Tracht kaum zu jeder alltäglichen Tätigkeit vollständig getragen wurde.

Natürlich sind auch unsere Kleidungsstücke allesamt pflanzengefärbt und von Hand vernäht.


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