Mittsommer / Sommersonnenwende

 

Wenn die Sonne ihren Zenit am Himmel erreicht hat, meist ist das der 20./21. Juni, wird Mittsommer gefeiert. Es ist ein Fest des ewigen Feuers, der Freude, Dankbarkeit und Ekstase.

Überal tanzten die Menschen einst Reigentänze im Freien, entzündeten das Sonnwendfeuer und traten in Kontakt zu den Naturgeistern. Das grosse Feuer war unseren Ahnen sehr wichtig; es verkörpert den Sonnengott, der unter den Menschen weilt. Überliefert ist, dass der jugendliche Sonnengott des Frühlings durch List mit einem Mistelpfeil getötet wird und sich in die Sonne der heissen Hochsommertage, in einen feurigen Meister verwandelt.

Ab diesem Wendepunkt des Jahres werden die Tage wieder kürzer und die Nächte länger.

 

Christen übernahmen die Sonnenwende als das Fest des Johannes. Der Tod des Frühlings-Sonnengottes sollte nicht mehr gefeiert werden, sondern der eines Menschen, der an diesem Tag geköpft worden sein soll.

Die Sommersonnwende wird zwölf Tage lang gefeiert. Die jungen Leute rollten mit Stroh umwickelte, brennende Räder und Scheiben die Hügel hinunter, schnellten glühende Scheiben durch die Nacht oder veranstalteten Feuerläufe mit brennenden Besen und Fackeln. Wie zum Maifest brauten die Frauen Starkbiere, denen entheogene Kräuter hinzugegeben wurden. Das Feuer wurde umtanzt und übersprungen. Der Sprung über das Feuer, das wusste man, reinigt Leib und Seele und bringt Gesundheit. Er bringt den Feldern Gedeihen und reiche Ernte.

 

Erst später im Mittelalter wurde der Sinn des heiligen Feuers als Abwehr gegen böse Dämonen umgedeutet. Der habgierige, grausame Adel, die Inquisition, das Wüten der Pest und die Türkenkriege liessen im Mittelalter immer mehr die Angst vor Dämonen aufkommen.

Erfreulicherweise erinnert sich das das Bewusstsein in der heutigen Zeit vermehrt an den Jahreslauf der Sonne und wird in vielen Kreisen wieder traditionell gefeiert.

 


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