Frühlings-Tagundnachtgleiche / Ostern

 

Meistens blüht um den 21. März (Tagundnachtgleiche), wenn die Tag und Nachtstunden gleich lang sind, die Schlehe, auch Schwarzdorn genannt. Das sperrige, schwarze, dornige Gehölz, das bei unseren Vorfahren der Winter- und Totengöttin geweiht war, bricht, noch vor den grünen Blättern, in einer weissen Blütenpracht aus. In Mitteleuropa fängt jetzt das Bauernjahr an. Bevor aber gepflügt wurde, weihte man früher die Äcker und Wiesen mit Flurumgängen, Umzügen und Umritten. Im Baselbiet findet, heute allerdings im Mai, noch immer ein Banntag statt.

 

Unser Osterfest, benannt nach Ostara (auch Eostrae, Eostra oder Austra), der Göttin des neuen Lichts, der Morgenröte, der Frühlingssonne und der Wiedergeburt, wurde umgedeutet zum Auferstehungsfest.

Trotzdem halten wir noch immer an vielen heidnischen Elementen fest, wie etwa dem Osterei. Der „Eierkult“ reicht in der Geschichte weiter zurück als den meisten von uns bekannt ist. Das Ei ist Sinnbild der Erneuerung. Schon in vorchristlichen Zeiten färbten und verzierten germanische Stämme Eier.

Eierspiele, wie das „Eiertüpfen“ oder „-tütschen“, Eierläufe, Eierrollen oder Eierverstecken sind ebenso alt.

 

Warum in unseren Breiten gerade der Osterhase die Eier bringt, haben Volkskundler noch nicht geklärt. In einigen Gegenden Mitteleuropas bringt auch der Hahn, der Storch oder der Fuchs die Eier – meistens jedoch ist er der Hase; er ist Sinnbild der regen Paarungskraft und Fruchtbarkeit. Er ist seit dem vierten Jahrhundert n.u.Z. bezeugt und wurde später von der Kirche umgedeutet.

Das Backen von Kultbroten in der Gestalt von Tieren und Göttern lebt weiter im Osterbrot oder dem Osterkuchen. Das Osterfeuer (Bockshorn) gehört zu diesem Fest, ebenso wie das Schöpfen von heiligem Osterwasser. In dieser Zeit wurde und wird noch immer der Frühjahresthing (Versammlung der Sippen) abgehalten.


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