Winternacht / Allerseelen

 

Das altheidnische Fest lebt heute weiter in Allerseelen, Halloween, Allerheiligen und anderen Totengedenktagen.

In den Neumondnächten des kalten, neblig trüben Novembers endet die warme und helle Jahreshälfte und es beginnt die Totenzeit. Es ist die Zeit des Jagens und des Schlachtens.  Die Menschen und das Vieh ziehen sich in die Geborgenheit von Haus und Stall zurück. Die letzten Vögel sammeln sich und fliegen in den Süden. Die Vorräte sind in der Scheune, im Speicher oder Keller. Alles was jetzt noch draussen ist, gehört den Geistern.

 

Es ist Winteranfang. Aus vorchristlichen Überlieferungen heisst es;  Die Winterriesen stürmen gegen die Götter. Ahnen und Götter versammeln sich zum grossen Weltkampf, dem Ragnarök, und ziehen als „wilde Jagd“ durch die Lüfte. Dieser Kampf ist entschieden, wenn der Frühling des neuen Jahres kommt. In anderen Geschichten unserer Vergangenheit heisst es, dass der Gott der Jagd und der Dunkelheit den Sonnenhirsch erlegt, dessen Gattin, die Vegetationsgöttin entführt und sie in die Unterwelt verschleppt. Die Natur verschwindet in das Unterweltreich der Frau Holle.

 

Mit Funkenfeuern, ausgehölten Rüben und Laternen (seit der Neuzeit oft Kürbisse), die Mond und Ahnensymbole darstellten, ziehen die Menschen maskiert durchs Dorf auf die Felder und zurück. Dieser Umzug ist schon seit dem Jahre 590 n.u.Z. bezeugt und ist ein Abbild der „Wilden Jagd“ und ein Gedenk-Umzug an die Verstorbenen.

 


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